Quest 3 Headsets auf dem Weg zur Internationalen Raumstation: VR im Dienste der Raumfahrt
Die Virtual Reality Technologie erreicht neue Höhen – im wahrsten Sinne des Wortes. Zwei Meta Quest 3 Headsets werden in Kürze zur Internationalen Raumstation (ISS) entsandt, um Astronauten auf wichtige Außenbordeinsätze vorzubereiten. Diese Entwicklung ist das Ergebnis einer sechsjährigen Zusammenarbeit zwischen Meta und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), die das Potenzial von VR für kritische Trainingsszenarien unterstreicht.
Eine Historie der XR-Technologie im All
Die Reise von XR-Headsets ins All ist nicht neu. Bereits 2015 schickte Microsoft ein ursprüngliches HoloLens AR-Headset zur ISS. Es ermöglichte Bodencrews, Astronauten bei Reparaturen zu unterstützen und bot detaillierte Anleitungen für neue Systeme direkt im Sichtfeld der Astronauten. 2017 folgte eine Oculus Rift, die von den ESA-Astronauten Thomas Pesquet und Alexander Gerst für neurowissenschaftliche Experimente in der Mikrogravitation genutzt wurde. Im Jahr 2023 unterstützte ein HTC Vive Focus 3 Headset die mentale Gesundheit der Astronauten, indem es 360-Grad-Videos von ruhigen Orten auf der Erde lieferte.
Technische Herausforderungen und die Lösung der Quest 3
Ein zentrales Problem bei der Nutzung von XR-Headsets in der Schwerelosigkeit ist die Positionsbestimmung. Auf der Erde nutzen Headsets Beschleunigungssensoren, um die Schwerkraft zu messen und sich an der Ausrichtung des Bodens zu orientieren. In der Schwerelosigkeit würde dies zu ständigem Driften führen. Bisherige Lösungen erforderten umfassende Modifikationen der Tracking-Systeme, wie etwa der Austausch des Constellation-Trackings der Rift oder die Nutzung eines festen Ankerpunkts für die Vive Focus 3.
Für die Quest 3 ist der Ansatz weniger aufwendig. Das Team, das den "Reisemodus" für Flugzeuge und Züge entwickelte, hat diesen nun für die Mikrogravitation erweitert. Während in Flugzeugen der Beschleunigungssensor des IMU-Chips weitestgehend ignoriert wird, wird er auf der Raumstation komplett außer Acht gelassen. Das Headset verlässt sich vollständig auf visuelle Hinweise seiner Kameras zur Positionsbestimmung. Dies stellt einen Fortschritt in der Anpassungsfähigkeit von VR-Technologie dar.
Die Zukunft der Raumfahrt und VR
Die Internationale Raumstation wird voraussichtlich 2031 deorbitiert, und private Unternehmen sollen die menschliche Präsenz im Erdorbit übernehmen. Die Länder, die hinter der ISS stehen (mit Ausnahme Russlands), richten ihren Fokus auf den Bau der Artemis Mondbasis. Wenn Astronauten in den 2030er Jahren auf dem Mond ankommen, werden sie zweifellos über eigene XR-Headsets verfügen. Die erwarteten Fortschritte in der XR-Technologie der nächsten 5-10 Jahre werden nicht nur das Training verbessern, sondern auch die Lebensqualität der Astronauten in der Tiefraummission steigern. Ein privates Kino für Unterhaltung und virtuelle Entspannungsumgebungen, die das Gefühl vermitteln, zu Hause zu sein, sind denkbar.
Das All erleben – von zu Hause aus
Während Astronauten VR nutzen, um sich wie auf der Erde zu fühlen, können wir umgekehrt das Gefühl erleben, auf der Internationalen Raumstation zu sein. Titel wie "Mission: ISS" sind kostenlos auf Quest und im Meta PC VR Store verfügbar und bieten eine realitätsnahe Simulation. Auch geplante private Nachfolgestationen der ISS können virtuell erkundet werden, beispielsweise in "Vast Haven-1 VR", ebenfalls kostenlos für Quest, Apple Vision Pro und PC VR erhältlich.
Diese Entwicklungen zeigen, wie VR immer mehr zu einem unverzichtbaren Werkzeug in anspruchsvollen Bereichen wie der Raumfahrt wird und gleichzeitig neue Wege für immersive Erlebnisse für die breite Öffentlichkeit eröffnet.
Wie stellt ihr euch die VR-Anwendungen auf der zukünftigen Mondbasis Artemis vor?
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