Die Entwicklung von Virtual-Reality-Anwendungen galt lange Zeit als technisch anspruchsvoll und setzte fundierte Programmierkenntnisse in Sprachen wie C# sowie Erfahrung mit Engines wie Unity voraus. Ein neuer Selbstversuch verdeutlicht jedoch, wie generative KI-Tools diese Einstiegshürde drastisch senken.
Ein Autor ohne nennenswerte Programmiererfahrung schaffte es, innerhalb von nur acht Tagen die einfache VR-App „Punchable Face“ von Grund auf zu entwickeln, zu testen und im Meta Quest Store zu veröffentlichen. Als technologische Basis dienten Unity 6.3 LTS, das OpenXR-Plugin sowie das Meta XR SDK. Für die eigentliche Code-Erstellung und Problemlösung kamen KI-Modelle wie ChatGPT (GPT-5.6 Sol und GPT-6 Astra) sowie Codex zum Einsatz.
Der Entwicklungsprozess gestaltete sich als kontinuierliche Schleife: Der Entwickler beschrieb die gewünschte Funktion, die KI generierte den Code, und die Anwendung wurde anschließend direkt auf einer Quest 3 und Quest 2 getestet. Das Feedback aus dem physischen Testen im Headset wurde dann genutzt, um den Code über neue Prompts weiter zu verfeinern.
Trotz der enormen Unterstützung durch die KI wurde deutlich, dass die menschliche Qualitätskontrolle unerlässlich bleibt. Aspekte wie die Platzierung von Objekten im dreidimensionalen Raum, die Stärke des haptischen Feedbacks oder die Klangwirkung von Soundeffekten lassen sich nur durch das Tragen des Headsets beurteilen. Die KI kann zwar funktionalen Code schreiben, aber nicht beurteilen, ob sich die Interaktion in der virtuellen Realität natürlich anfühlt.
Das Projekt zeigt, dass einfache Ideen dank KI-Unterstützung schnell realisiert werden können, stößt bei komplexeren Projekten hinsichtlich Softwarearchitektur und Performance jedoch an Grenzen.
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