Aktuelle VR-Headsets sind oft noch schwer und klobig, was den Tragekomfort bei längerer Nutzung einschränkt. Doch eine neue Entwicklung aus China könnte dies grundlegend ändern. Ein Startup namens GravityXR hat einen spezialisierten Chip entwickelt, der den Weg für VR-Headsets ebnet, die weniger als 100 Gramm wiegen.
Der G-X100 Chip: Eine Revolution für das Design
GravityXR, gegründet von ehemaligen Ingenieuren von Apple (die am R1-Chip des Vision Pro arbeiteten) und Meta, hat den G-X100 Co-Prozessor vorgestellt. Dieser Chip ist darauf ausgelegt, in ultraleichten Mixed-Reality-Headsets die latenzkritischen Aufgaben zu übernehmen. Dazu gehören die Bildverarbeitung, Computer Vision für Positional- und Hand-Tracking sowie das Pass-Through-Feed – und das alles mit einer beeindruckenden Photon-zu-Photon-Latenz von nur 9 Millisekunden.
Entkopplung der Rechenleistung
Das innovative Konzept des G-X100 ermöglicht es, den Hauptprozessor (wie einen Qualcomm Snapdragon) in eine externe, kabelgebundene Recheneinheit auszulagern – einen sogenannten "Puck". Dies ist ein entscheidender Schritt, um das Gewicht direkt am Kopf zu reduzieren.
Leichtigkeit durch Effizienz
Mit einer Thermal Design Power (TDP) von lediglich 3 Watt kann der G-X100 passiv gekühlt werden. Das bedeutet keine schweren Kühlkörper und keine lauten Lüfter mehr, die einen Großteil des Gewichts und Volumens heutiger Standalone-Headsets ausmachen, welche oft Chips mit 10-20 Watt kühlen müssen.
Das GravityXR M1 Referenzdesign
Um das Potenzial des Chips zu demonstrieren, hat GravityXR ein Referenzdesign namens GravityXR M1 entwickelt. Dieses Pass-Through-Headset verwendet Pancake-Linsen, Displays und Kameras und wiegt dennoch weniger als 100 Gramm. Damit ist es leichter als jedes bisher gezeigte Headset – sogar leichter als die Bigscreen Beyond 2. Seine Bauweise nähert sich bereits dem Konzept von "Mixed-Reality-Brillen". Im Gegensatz zu Birdbath-Geräten wie Xreal oder Viture bietet das M1 ein Sichtfeld von 90 Grad, ähnlich wie aktuelle VR-Headsets, und kann virtuelle Objekte mit voller Opazität rendern, ohne die reale Umgebung abzudunkeln.
Industrielle Auswirkungen und Zukunftsaussichten
Zu den Investoren von GravityXR gehören Goertek, ein Hersteller von Meta-Headsets, sowie ByteDance (Eigentümer von Pico). Obwohl sich noch kein Unternehmen öffentlich zur Nutzung des G-X100 verpflichtet hat, deuten Gerüchte darauf hin, dass sowohl Meta als auch Pico im kommenden Jahr ultraleichte Headsets auf den Markt bringen wollen, die eine ähnliche Split-Chip-Architektur verfolgen könnten. Meta soll beispielsweise ein Horizon OS Headset mit externem Compute-Puck für 2026 priorisieren und die traditionelle Quest 4 möglicherweise erst 2027 veröffentlichen. Auch Pico hat angekündigt, an einem eigenen R1-ähnlichen Chip für ein 2026 erwartetes Headset zu arbeiten.
Es scheint, dass sich die Mixed-Reality-Headsets branchenweit von "Halb-Kilo-Gesichtsziegeln" zu schlanken, brillenähnlichen Visieren entwickeln werden. Eine geteilte Chip-Architektur und ein offenes Peripheriedesign, das möglicherweise ein geringeres Sichtfeld opfert, werden diesen Sprung ermöglichen.
Was sind eure Erwartungen an die nächste Generation leichter VR-Headsets?
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