Snap's AR-Strategie: Specs werden eigenständig mit Launch-Plänen für 2026
Snap, das Unternehmen hinter Snapchat, hat seine Augmented Reality (AR)-Brillen-Sparte, die sogenannten Spectacles und die geplanten Consumer-Specs, in eine neue, eigenständige Tochtergesellschaft ausgegliedert. Diese neue Einheit trägt den Namen "Specs Inc." und soll die Entwicklung und den Markteintritt der AR-Technologie von Snap vorantreiben.
Die Gründe für die Ausgliederung
Die Gründung von Specs Inc. als hundertprozentige Tochtergesellschaft verfolgt mehrere strategische Ziele. Dazu gehören eine stärkere operative Fokussierung und Abstimmung, die Möglichkeit für neue Partnerschaften und eine größere Kapitalflexibilität, einschließlich potenzieller Minderheitsbeteiligungen. Zudem soll Specs Inc. eine eigenständige Marke aufbauen und eine klarere Bewertung des Geschäfts ermöglichen, während Snap auf den öffentlichen Launch der Consumer-Specs später in diesem Jahr hinarbeitet.
Wachstum und Rekrutierung
Zur Vorbereitung auf den Markteintritt sucht Specs Inc. weltweit fast 100 neue Mitarbeiter. Dies unterstreicht das Engagement von Snap, die AR-Hardware und -Plattform weiterzuentwickeln und für den Massenmarkt bereit zu machen.
Aktuelle und zukünftige AR-Brillen
Die aktuellen Snap Spectacles sind als Entwicklerbrillen konzipiert und kosten 99 US-Dollar pro Monat (oder 50 US-Dollar für Studenten). Sie verfügen über ein diagonales Sichtfeld von 46°, eine ehrliche Winkelauflösung vergleichbar mit der Apple Vision Pro, jedoch mit begrenzter Rechenleistung und einer Akkulaufzeit von nur 45 Minuten. Mit einem Gewicht von 226 Gramm sind sie vergleichsweise schwer, insbesondere im Vergleich zu leichteren Geräten wie den Ray-Ban Meta Brillen.
Snap CEO Evan Spiegel hat jedoch angekündigt, dass die kommenden Consumer-Specs einen deutlich kleineren Formfaktor und ein geringeres Gewicht aufweisen sollen, dabei aber wesentlich leistungsfähiger sein werden und alle bereits entwickelten Apps unterstützen.
Das Snap OS im Fokus
Für die Entwicklung der AR-Plattform ist vor allem das "Snap OS" relevant. Obwohl es auf Android basiert, können Entwickler keine nativen APKs installieren oder externe Engines wie Unity verwenden. Stattdessen werden sogenannte "Lenses" (Snaps Bezeichnung für Apps) mithilfe der "Lens Studio"-Software für Windows und macOS erstellt. Dabei kommen JavaScript oder TypeScript zum Einsatz, um mit High-Level-APIs zu interagieren, während das Betriebssystem die Low-Level-Technologien wie Rendering und Kerninteraktionen übernimmt.
Dieses System bietet Vorteile ähnlich dem Shared Space von Apples visionOS: Nahezu sofortige App-Starts, konsistente Interaktionen und eine einfache Implementierung geteilter Multi-User-Erlebnisse. Die mobile Spectacles-App kann sogar als Zuschaueransicht für fast jede Lens genutzt werden. Aktuell unterstützt Snap OS noch kein Multitasking, was jedoch eher als Hardware-Einschränkung der aktuellen Entwicklerversion interpretiert wird.
Snap OS 2.0 für den Verbraucher
Die kürzlich veröffentlichte Version Snap OS 2.0 bringt die AR-Brillen näher an die Verbraucherbereitschaft. Sie verbessert und erweitert Erstpartei-Apps wie Browser, Galerie und Spotlight, was die Plattform für den breiteren Markt attraktiver macht.
Wie schätzt ihr die Chancen von Specs Inc. ein, sich im zunehmend umkämpften AR-Markt zu behaupten?