Meta Reality Labs strukturiert um: Horizon OS erhält eigenständige Führung
Meta Reality Labs hat eine umfassende Umstrukturierung vorgenommen, die weitreichende Implikationen für Metas Zukunft im Virtual- und Mixed-Reality-Bereich haben könnte. Die auffälligste Veränderung ist die Loslösung von Horizon OS, Metas Betriebssystem für seine VR-Headsets, aus der bisherigen "Metaverse"-Gruppe. Horizon OS wird nun als eigenständige Top-Level-Gruppe innerhalb von Reality Labs geführt.
Die bisherige Struktur und die Neuausrichtung
Zuvor war die Reality Labs-Sparte in zwei Hauptgruppen unterteilt: "Metaverse" und "Wearables". Unter "Metaverse" fielen Produkte wie die Quest-Headsets, das Horizon OS selbst sowie Erstanbieter-Software wie Horizon Worlds. Die "Wearables"-Gruppe hingegen war für Produkte wie die Ray-Ban und Oakley Smart Glasses, die Forschung und Entwicklung echter AR-Brillen sowie das Meta Neural Band zuständig.
Laut einem Bericht von Business Insider, der sich auf interne Memos stützt, wurde Horizon OS nun aus der "Metaverse"-Gruppe herausgelöst. Vishal Shah, der zuvor die Metaverse-Gruppe leitete, hat eine neue Position bei Meta Superintelligence Labs, Metas KI-Sparte, übernommen. Die Führung von Horizon OS bleibt bei Ryan Cairns, der die Position Anfang des Jahres von Mark Rabkin übernommen hatte.
Was bedeutet das für "Metaverse"?
Die "Metaverse"-Gruppe wird weiterhin bestehen, erhält aber eine neue Führung durch Gabriel Aul. Diese Gruppe soll sich weiterhin auf die Entwicklung hochwertiger Erlebnisse für VR und mobile Plattformen konzentrieren. Jason Rubin, Samantha Ryan und Thamara Sekhar werden nun an Gabriel Aul berichten. Zudem wird Saxs Person das Horizon Experiences Team unter Aul leiten.
Andrew Bosworth, CTO von Meta, betonte in einem internen Memo an Reality Labs, dass die Priorität der Metaverse-Arbeit unverändert bleibe und weiterhin eine unternehmensweite Priorität sei. Er hob hervor, dass Meta seine These der Branche bewiesen habe und Wettbewerber in diesen Bereich eintreten, um aufzuholen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, den Vorsprung zu sichern und weiter auszubauen.
Strategische Implikationen und Ausblick
Die Umstrukturierung spiegelt sich auch in jüngsten Software-Updates wider, wie dem v83 PTC für Quest, das Welten aus der App Library in einen eigenen Tab verschiebt. Dies könnte ein Indikator dafür sein, dass Meta Horizon OS als direkten Konkurrenten zu Googles Android XR positionieren will, das kürzlich im Samsung Galaxy XR debütierte und im kommenden Jahr auf weiteren Headsets erwartet wird.
Bosworths Memo weist darauf hin, dass sich VR über seine Gaming-Wurzeln hinaus zu einer breiteren Plattform für Unterhaltung, Produktivität und Konnektivität entwickelt, unterstützt durch vertiefte KI- und Rechenkapazitäten. Mobile Gaming zieht zudem jüngere soziale Spieler an, und KI-Erstellungstools beschleunigen den Weltbau. Meta sieht sich mit dem richtigen Team und der richtigen Strategie gut aufgestellt, um diese Vision umzusetzen.
Die Trennung von Horizon OS könnte Meta ermöglichen, sich auf die Kernentwicklung des Betriebssystems zu konzentrieren und gleichzeitig der "Metaverse"-Gruppe die Freiheit zu geben, sich auf die Schaffung von Inhalten und Erlebnissen zu spezialisieren. Diese interne Klärung könnte dazu beitragen, die Entwicklung zu beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit von Meta in der schnelllebigen XR-Landschaft zu stärken.