Meta pausiert Drittanbieter-Horizon OS Headsets: Eine strategische Neuausrichtung im VR-Markt
In einer aktuellen Entwicklung hat Meta bekannt gegeben, die Initiative zur Entwicklung von Horizon OS Headsets durch Drittanbieter vorerst auszusetzen. Diese Entscheidung betrifft Partner wie Asus ROG und Lenovo, die bereits angekündigt hatten, eigene VR-Geräte auf Basis von Metas Betriebssystem zu veröffentlichen.
Hintergrund der Entscheidung
Laut einem Statement von Meta liegt der Fokus nun auf der "Entwicklung erstklassiger First-Party-Hardware und -Software, die notwendig ist, um den VR-Markt voranzubringen". Das Unternehmen betont sein langfristiges Engagement für den Bereich und lässt offen, zukünftige Partnerschaften für Drittanbieter-Geräte neu zu bewerten, sobald sich die Kategorie weiterentwickelt hat.
Die Ankündigung, Horizon OS für Dritthersteller zu öffnen, erfolgte erst vor rund 20 Monaten. Damals wurde bekannt gegeben, dass Asus unter seiner ROG-Marke an einem "Performance-Gaming-Headset" arbeitet und Lenovo eine Reihe von Headsets für "Produktivität, Lernen und Unterhaltung" plante. Über das Asus ROG Headset gab es seither keine offiziellen Informationen, lediglich Gerüchte über Features wie Gesichts- und Eye-Tracking sowie fortschrittliche Display-Technologien. Lenovo hatte hingegen vor etwa einem Jahr auf der Lenovo Tech World 2024 bestätigt, weiterhin an seinem Horizon OS Headset zu arbeiten.
Zusammenhang mit breiteren Umstrukturierungen
Die aktuelle Pause könnte im Zusammenhang mit den weitreichenden Budgetkürzungen bei Metas VR- und Horizon Worlds-Teams stehen, über die Anfang des Monats berichtet wurde. Meta bestätigte kurz darauf eine "Verschiebung einiger unserer Investitionen vom Metaverse hin zu KI-Brillen und Wearables".
Die Zukunft von Horizon OS und Meta-Hardware
Die jetzige Meldung bedeutet jedoch nicht das Ende für Horizon OS Headsets an sich, sondern lediglich, dass diese vorerst nicht von Drittanbietern stammen werden. Metas Statement unterstreicht das Engagement für "erstklassige First-Party-Hardware" im VR-Bereich. Geleakte interne Memos von Anfang des Monats untermauern dies und enthüllen, dass Meta aktiv an mindestens zwei eigenen Horizon OS Produkten arbeitet.
Den Memos zufolge plant Meta die Einführung eines "ultraleichten Mixed-Reality-Brillen-Headsets" mit einem kabelgebundenen Compute-Puck in der ersten Hälfte des Jahres 2027. Zudem wurde die Arbeit an einer Gaming-fokussierten Quest 4 begonnen, die als "großes Upgrade" gegenüber der Quest 3 positioniert ist, jedoch zu einem höheren Preis angeboten werden soll.
Auswirkungen für Quest 3 Nutzer
Diese Zeitpläne bedeuten für Besitzer der Quest 3, die auf ein direktes Upgrade innerhalb des Horizon OS Ökosystems hoffen, eine potenzielle Wartezeit von weiteren zwei bis drei Jahren. Damit könnte die Quest 3 für vier bis fünf Jahre Metas All-in-One-Flaggschiff bleiben, ohne einen direkten Nachfolger. Wenn dieser dann auf den Markt kommt, wird er voraussichtlich einen deutlich höheren Preis haben.
Meta positioniert sich klar: Der Fokus liegt auf der eigenen Stärke in der Hardware- und Softwareentwicklung. Dies könnte den Weg für eine kohärentere Produktlinie ebnen, bedeutet aber gleichzeitig eine Verlangsamung der Diversität durch Drittanbieter in naher Zukunft.