Der Traum vom "Cyberdeck", wie ihn William Gibson in seinem bahnbrechenden Roman "Neuromancer" von 1984 beschrieb, nimmt in der heutigen Virtual Reality Gestalt an. Gibsons Vision eines "Cyberspace-Decks", das es uns ermöglicht, unser Bewusstsein in die "konsensuelle Halluzination" der Matrix zu projizieren, rückt näher an die Realität heran, da die Ära der Virtual Reality immer präsenter wird.
Was ist ein Cyberdeck?
Im Kern ist ein Cyberdeck eine personalisierte Hardware- und Software-Konfiguration, die unsere digitalen Daten und Rechenleistung nahtlos in virtuelle Umgebungen integriert. Der Artikel beleuchtet, wie bereits heute viele von uns, oft unbewusst, die Grundsteine eines solchen Decks legen – sei es durch die Nutzung von Virtual Desktop seit 2016, um auf lokale Daten in VR zuzugreifen, oder durch die riesigen Speicherkapazitäten, die wir in unseren Smartphones mit uns führen.
Von Vision Pro bis Quest 3: Erste Schritte zur Datennutzung in VR
Mit dem Aufkommen von Standalone-Systemen wie der Quest 3 im Jahr 2023 und der Vision Pro im Jahr 2024 erfahren wir, wie Terabytes an digitalen Informationen in VR genutzt werden können. Apple ermöglicht beispielsweise den Zugriff auf iPad- und iPhone-Apps sowie auf persönliche Daten auf lokalen Laufwerken über Mac Virtual Display, wobei der physische Bildschirm ausgeschaltet wird und ein virtuelles Panel in VR erscheint. Dies markiert einen entscheidenden Schritt, um persönliche Daten in den virtuellen Raum zu bringen.
DIY-Cyberdecks und deren Potential
Der Artikel zeigt auf, dass ein "Custom Deck" bereits mit einer einfachen MicroSD-Karte oder einem USB-Stick beginnen kann, die persönliche Daten enthalten. Diese können dann über Geräte wie das Steam Deck oder sogar ein Raspberry Pi – einem $200 Premium-Desktop-Computer im Tastaturformat – in VR zugänglich gemacht werden. Ein Raspberry Pi 500+ kann mit bis zu vier Terabyte Speicher ausgestattet werden und dient als portable Recheneinheit, deren Inhalte in VR als schwebendes Terminal dargestellt werden können.
Die Zukunft mit Framework Laptops
Für anspruchsvollere Anwendungen wird ein Framework Laptop mit leistungsstarker Grafikkarte wie einer NVIDIA RTX 5070 und 64 Gigabyte RAM als ideale Basis für ein Cyberdeck der Zukunft vorgestellt. Diese modularen und aufrüstbaren Systeme versprechen, persönliche Daten und Rechenkraft über Jahre hinweg direkt in die VR zu bringen. Das Ziel ist klar: Persönliches Computing soll überallhin mitgenommen werden können, besonders aber in die VR.
Jeder besitzt bereits ein rudimentäres Cyberdeck
Der Autor argumentiert, dass viele von uns bereits die Grundlagen eines Cyberdecks besitzen. Die Herausforderung besteht darin, diese Daten und Geräte drahtlos und benutzerfreundlich in VR zu integrieren. Die Vision ist, dass VR-Headsets wie das Bigscreen Beyond in Verbindung mit einem Framework Laptop uns direkt in den Cyberspace versetzen, sobald wir sie aufsetzen, mit all unseren organisierten, durchsuchbaren und abspielbaren Dateien direkt zur Hand.
Die Evolution vom MP3-Player zum iPhone zeigt, wie persönliche Daten und Konnektivität immer mehr verschmelzen. Im Bereich des Spatial Computing, von VR über Passthrough-Ansichten bis hin zu Mixed Reality, entstehen neue Möglichkeiten: Jede Oberfläche kann zu einem Display werden, und unsere physischen Geräte können in VR neue Funktionen erhalten.
Das Konzept des Cyberdecks ist derzeit noch weitgehend Fiktion, aber es ist eine Vision, die die Akzeptanz von VR im Mainstream beschleunigen könnte, indem es uns unsere vertrauten Begleiter – unsere Daten und Dienste – in die virtuelle Welt bringt. Statt nur Controllern in den Händen könnten wir bald "Pucks" nutzen, um mit Terabytes an Daten zwischen Headsets und Brillen in den Cyberspace einzutauchen.
Welche Geräte und Funktionen würdet ihr am liebsten in eurem persönlichen Cyberdeck sehen, um euer VR-Erlebnis zu erweitern?