FluxPose: Eine neue Ära des VR-Body-Trackings?
Die Welt der virtuellen Realität entwickelt sich stetig weiter, und mit ihr die Technologien, die ein noch immersiveres Erlebnis ermöglichen sollen. Ein Bereich, der oft an seine Grenzen stößt, ist das Full-Body-Tracking. Hier tritt nun FluxPose auf den Plan, ein vielversprechendes System, das sich vorgenommen hat, die Art und Weise, wie wir uns in VR bewegen, zu revolutionieren. Die Kickstarter-Kampagne des spanischen Startups hat bereits beeindruckende 2 Millionen US-Dollar überschritten, was auf ein großes Interesse an ihrer Lösung hindeutet.
Das Problem mit bestehenden Systemen
Bisher dominieren vor allem optische Tracking-Systeme wie Valves "Lighthouse" oder die kamerabasierten Inside-Out-Tracking-Lösungen, die in vielen modernen Headsets wie der Meta Quest zum Einsatz kommen. Während Inside-Out-Tracking den Aufbau vereinfacht und Kosten senkt, haben Kameras am Headset nur eine begrenzte Sicht auf den Körper. Lighthouse wiederum bietet zwar hohe Präzision, ist aber anfällig für Okklusionen (Verdeckungen) und Reflexionen, was oft den Einsatz mehrerer Basisstationen erfordert.
Die elektromagnetische Lösung von FluxPose
FluxPose setzt auf elektromagnetisches Tracking, eine Technologie, die in der VR-Geschichte bereits bei Systemen wie Razer Hydra und STEM System zum Einsatz kam. Der entscheidende Unterschied und die Innovation von FluxPose liegt in der Positionierung der Basisstation, die hier "Beacon" genannt wird. Anstatt auf einem Schreibtisch zu stehen, wird der Beacon direkt an der Hüfte des Nutzers befestigt.
Diese Platzierung erzeugt eine tragbare, okklusionsfreie Tracking-Sphäre von etwa 1,5 Metern Radius um den Körper herum. Innerhalb dieses Feldes kann eine "unbegrenzte" Anzahl von Trackern positioniert werden. Dies löst das grundlegende Problem der magnetischen Feldstärke, die bei zunehmender Entfernung schnell abnimmt und zu ungenauen Posen führte.
Präzision und Hardware
FluxPose beansprucht eine Genauigkeit von weniger als 5mm, während SteamVR Lighthouse unter 2mm liegt. Die Update-Rate variiert je nach Power-Modus zwischen 50Hz und 300Hz. Der Beacon selbst bietet eine Akkulaufzeit von 6 bis 24 Stunden, je nach gewähltem Modus (Performance, Normal, Low Power).
Die Tracker sind bemerkenswert klein und leicht, wiegen nur 15 Gramm – ein Fünftel des Gewichts eines HTC Vive Trackers. Trotzdem sind sie mit einem winzigen monochromatischen OLED-Bildschirm zur Statusanzeige und einem haptischen Feedback-Aktuator ausgestattet. Sie bieten eine Akkulaufzeit von 24 Stunden.
Kompatibilität und einfache Nutzung
Die Tracker werden mit speziellen Adapter-Mounts an das VR-Headset und an andere Körperteile angebracht. Es gibt Mounts für eine breite Palette von Headsets, darunter Meta Quest 2 und neuere Modelle, Quest Pro, Pico 4, Valve Index und andere. Ein großer Vorteil ist, dass FluxPose durch einen am Headset befestigten Referenz-Tracker keine Kalibrierung benötigt und "niemals" driften soll. Der einzige Kompromiss ist das zusätzliche Gewicht von 15 Gramm am Headset.
Das Laden des Beacons und der Tracker erfolgt über eine mitgelieferte Dockingstation, die gleichzeitig als drahtloser Daten-Dongle dient und die Tracking-Posen über USB-C an SteamVR auf dem PC überträgt.
Verfügbarkeit und Ausblick
Auf Kickstarter werden drei Kits angeboten: Lite (€339 mit 3 Trackern), Core (€479 mit 5 Trackern) und Pro (€689 mit 8 Trackern). Die Auslieferung der ersten Einheiten wird für August 2026 erwartet, der Großteil der Unterstützer soll im Oktober 2026 beliefert werden. Es ist wichtig zu beachten, dass eine Kickstarter-Unterstützung kein direkter Kauf ist und Risiken birgt.
FluxPose könnte eine spannende Alternative für VR-Enthusiasten und professionelle Anwender darstellen, die ein okklusionsfreies, tragbares und präzises Full-Body-Tracking suchen.
Welche Erfahrungen habt ihr mit VR-Body-Tracking-Systemen gemacht und seht ihr in elektromagnetischem Tracking die Zukunft?
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